"Kanu bauen Kanutrekking" - das Konzept für ein erlebnispädagogisches Projekt in der Jugendarbeit und Sozialpädagogik

Eine Reise mit dem Kanu –

vom Selbstbau bis zur Ausfahrt

„Alles das, was dazu führt, dass sich die Beziehungsfähigkeit von Menschen verbessert, ist gut fürs Hirn und gut für die Gemeinschaft, in der diese Menschen leben.“ (Prof. Dr. Gerald Hüther)

Kurzbeschreibung:

In einem Werkraum finden erlebnispädagogische Kanu Bau Workshops statt. Im Rahmen dieser Workshops baut eine Gruppe Kinder und Jugendlicher ein Kanu. Nach der Fertigstellung wird das Kanu zu Wasser gelassen und gemeinsame Ausfahrten werden gemacht.

Handlungsbedarf:

In der sozialpädagogischen Arbeit generell, und speziell in der Jugendarbeit, stellt die differenzierte und reflektive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen der betreffenden Person und deren Verwirklichbarkeit einen zentralen Schwerpunkt dar. Was kann ein unter realistischen Gesichtspunkten erreichbares Ziel sein? Wie muss das Ziel formuliert werden, damit die zur Zielerreichung erforderlichen Schritte erarbeitet werden können? Sind die in weiterer Folge daraus entworfenen Schritte und Etappen realistisch und machbar, oder muss die Zieldefinition adaptiert werden, um einen gangbaren Weg entwerfen zu können? All das sind grundlegende Fragestellungen, deren Resultat realistische Ziel- und Handlungsbilder und daraus resultierend das Gefühl der Selbstwirksamkeit sein muss. Wir gestalten unseren Weg – unser Tun hat eine Wirkung – unsere Anstrengung mündet in Erfolg.

Lösungsansätze:

„Wir bauen uns ein Boot, welches wir bewegen und steuern können.“ Dieses Bild kann als Metapher dafür dienen, dass wir im Leben stehen und als Individuum oder als Gruppe dabei selbst bestimmen wollen, wohin wir gehen und was wir auf unserem Weg tun und erleben wollen. Der Bau eines Bootes - in unserem Sinne konkret der Bau eines Kanus - birgt ein großes Spektrum an Überlegungen und Handlungen, sowie deren Überprüfung am jeweiligen Ergebnis in sich. Eine Vielzahl von Überlegungen und daraus abgeleiteten Handlungen führt vorerst zur Erreichung von Etappenzielen und in weiterer Folge zur Erreichung des Gesamtzieles, nämlich gemeinsam mit dem(den) selbst gebauten Boot(en) übers Wasser zu steuern.

Projektinhalt:

In einem Werkraum, der vom Auftraggeber für die Durchführung dieses erlebnispädagogischen Projekts zur Verfügung gestellt wird, finden Kanu-Bau-Workshops statt, in welchen die Teilnehmer(innen) unter Anleitung des Projektleiters ein Kanu in der bewährten Sperrholz-Bauweise bauen.

Durch das gemeinsame Arbeiten und Verwirklichen der gesetzten Ziele kann ein Gruppenprozess entstehen, der bedeutet: wir können das gemeinsam schaffen und ich habe in der Gruppe meinen Platz und trage einen wichtigen Teil zum Gelingen bei. Dies stärkt die Sozialkompetenz der beteiligten Kinder und Jugendlichen und bietet ideale Voraussetzungen für Soziales Lernen innerhalb der Gruppe.

Nach der Fertigstellung des Kanus wird es gemeinsam zu Wasser gelassen und eine gemeinsame Ausfahrt gemacht, um den Erfolg genießen und auch feiern zu können.

Als erlebnispädagogisches Folge-Projekt können über einen längeren Zeitraum mehrere gemeinsame Ausfahrten in regelmäßigen Abständen am Neusiedler See oder in anderen stehenden bzw. langsam fließenden Gewässern stattfinden. Diese Ausfahrten stellen ein mögliches Folgeprojekt dar und sind nicht Gegenstand dieses Projektes.

Projektziele:

Das Projektziel ist, ein 4,80 Meter langes Kanu zu bauen. Es hat ein Gewicht von ca. 30kg, ist somit relativ leicht zu transportieren und kann von 2 Personen mühelos getragen werden.

Um ein Kanu bauen zu können, braucht es eine Vielzahl von Überlegungen, Handlungen und Fertigkeiten, die in den Workshops des Projekt Kanu bauen erlernt und geübt werden. Wie bereits beschrieben geht es auch darum, erreichbare Ziele zu definieren und die zur Zielerreichung notwendigen Schritte und Teilziele zu entwerfen, sowie um die regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse anhand der Zielsetzungen. Alle Arbeitsschritte und Tätigkeiten müssen in einer plangemäßen Abfolge ausgeführt werden und es muss innerhalb der Gruppe sowohl eine entsprechend produktive Aufgabenteilung als auch ein hohes Maß an Kooperation entwickelt werden, um das angestrebte Ziel bestmöglich erreichen zu können.

Durch das gemeinsame Arbeiten und Verwirklichen der gesetzten Ziele kann ein Gruppenprozess entstehen, der bedeutet: wir können das gemeinsam schaffen und ich habe in der Gruppe meinen Platz und trage einen wichtigen Teil zum Gelingen bei. Dies stärkt die Sozialkompetenz der Teilnehmer(innen) und bietet ideale Voraussetzungen für Soziales Lernen innerhalb der Gruppe.

Projektdauer, Projektphasen:

Das erlebnispädagogische Projekt erstreckt sich über eine Gesamtdauer von 60 Stunden und gliedert sich in 4 Phasen. Eine wöchentliche Projektarbeitszeit von bspw. 4 Stunden ergibt eine Gesamtprojektlaufzeit von 15 Wochen für den Bau eines Kanus.

1.u.2. Projektwoche: Vorbereitungs-Phase - Erstes Kennenlernen der Teilnehmer(innen), Beschaffung von Material und Werkzeug, Einrichtung und Vorbereitung des Werkraumes.

3.-13. Projektwoche: Bauphase - Anleitung und Begleitung der Teilnehmer(innen) in den einzelnen Arbeitsschritten vom ersten Schnittmuster bis zur Endlackierung.

14. Projektwoche: Wasserung - Das Boot wird zu Wasser gelassen, eine erste Dichtheits- und Stabilitätsprobe wird durchgeführt und erste kleine Runden werden gepaddelt.

15. Projektwoche: Kanufahren - Gemeinsames Paddeln am Neusiedler See, vorzugsweise mit mehreren Kanus, Picknick zur Feier des Erfolges. Im Rahmen einer abschließenden Reflexionsrunde werden die Erlebnisse durch das Formulieren und Benennen für das “Mitnehmen in den Alltag” aufbereitet.